Gesundheit aus nachhaltiger Sicht


Im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit spielt Gesundheit aus verschiedenen Gründen eine sehr wichtige Rolle. Schon Schopenhauer (dt. Philosoph, 1788-1860) schrieb in seinen Aphorismen "Gesundheit ist zwar nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts." Diese Aussage kann ohne die Gefahr, falsch zu liegen, problemlos auch auf jede Gesellschaft, verstanden als lebender Organismus, ausgeweitet werden: eine kranke Gesellschaft riskiert ihren eigenen Untergang, wenn sie nicht effektiv gegensteuert, um den Zustand des Gesundseins und somit auch des Glücks aller Individuen, aus denen sie besteht, wieder herzustellen. Deshalb soll dieser Zustand hier näher betrachtet werden.

 

Es gibt etliche Definitionen für Gesundheit, wobei die bekannteste von der WHO stammt: "Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen." Nach R. Köhler heißt das ganz allgemeine Ziel eines jeden Menschen "dauerhaft gut leben", zunächst einmal ganz unabhängig davon, was jeder Mensch unter "gut leben" versteht. Jedoch gehört Gesundheit untrennbar dazu. Und die Eigenschaft "dauerhaft" entsteht nicht von selbst, sie ist das Ergebnis ebenso dauerhafter Bemühungen. Hier zeigt sich die Wechselwirkung zwischen Nachhaltigkeit und Gesundheit: sie bedingen sich gegenseitig.

 

Der Gegenpol zu Gesundheit ist Krankheit. Diese können - aus ganzheitlicher ebenso wie auch nachhaltiger Sicht - in drei große Gruppen eingeteilt werden:

  • Ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten
  • Lebensbedingte Zivilisationskrankheiten
  • Umweltbedingte Zivilisationskrankheiten

Die letzte Gruppe spielt im Zusammenhang mit dem nachhaltigen Bauen die zweifellos größte Rolle: biologische, chemische und physikalische Noxen wirken von außen - also aus der Umwelt - auf den Menschen ein. Dieses geschieht "schon immer", also seit der Mensch als existiert. Ob jedoch diese Noxen, egal ob natürlichen oder anthropogenen Ursprungs, sich tatsächlich negativ auf den Menschen und seine Gesundheit auswirken, ist jedoch von verschiedenen Faktoren abhängig, nicht nur von deren Anwesenheit: einerseits u.a. von der Art, Menge, Einwirkzeit und vom Aufnahmeweg (oral, dermal, inhalativ, usw.); und andererseits vom Allgemeinzustand des Individuums selbst. Erstere werden toxikologisch erfasst, letztere sind immunologischer Natur, hier spielt das Immunsystem (= Abwehrsystem) die ausschlaggebende Rolle. Und die Leistungsfähigkeit desselben ist wiederum direkt abhängig von der Ernährung (Zufuhr notwendiger Stoffe) und der Lebensumstände. Es zeigt sich somit, dass stets der ganze Mensch und sein gesamtes Umfeld sowie seine gesamten Lebensumstände betrachtet werden müssen, was ja Ganzheitlichkeit ausmacht. Und somit muss es wenigstens als Kunstfehler bezeichnet werden, wenn toxikologische und immunologische Aspekte unabhängig voneinander betrachtet werden - sie gehören in der Praxis immer zusammen.

 

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